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Sterben bedeutet: Abschied nehmen von Menschen und von Dingen, die einem während der Lebenszeit wichtig geworden
sind. Sterben kann auch bedeuten: Erlösung von einer Leidenszeit, Verlust, Schmerz, Trauer, Wut und Verzweiflung,
für den Sterbenden selbst wie auch für die Angehörigen.
Wir neigen dazu, das Sterben aus unserem Leben zu verdrängen. Immer mehr Menschen sterben deshalb vereinsamt. Im
Herbst 1997 trafen sich erstmals Männer und Frauen, um einen Hospizdienst für Neuenstadt und Umgebung auf den Weg
zu bringen. Daraus entwickelte sich der "Arbeitskreis Hospiz". Er war die Gründungszelle und ist bis heute der "Motor"
des Hospizdienstes. Er übernimmt konzeptionelle und organisatorische Aufgaben wie die Aus- und Weiterbildung,
Finanzierung (auf Spendenbasis) und Öffentlichkeitsarbeit.
Im Herbst 1998 starteten zwei Grundseminare unter der Leitung von Pfarrerin Doris Neugebauer, von Februar bis Juni
1999 fand dann ein Aufbauseminar statt, aus dem schließlich zwölf Hospizmitarbeiterinnen und ein Hospizmitarbeiter
unter der Einsatzleitung von Frau Hannelore Weber hervorgingen. Der Hospizdienst unterstützt den Wunsch Schwerkranker,
in vertrauter Umgebung bleiben und auch dort sterben zu dürfen. Trotzdem finden auch Begleitungen im Pflegeheim statt.
Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen die Angehörigen entlasten, sie unterstützen, ihnen Mut
machen und, wenn nötig, mit Rat zur Seite stehen.
Ein Beispiel: Eine sterbende Mutter wird gepflegt. Die pflegende Tochter möchte die Mutter aber nicht alleine lassen.
Um ihr zu ermöglichen, einmal für zwei oder drei Stunden aus dem Hause zu gehen kommt eine Hospizmitarbeiterin.
Dies kann je nach Wunsch der Tochter einmal oder auch mehrmals pro Woche sein.
Ein weiteres Beispiel: Der Vater liegt im Sterben und die Kinder wechseln sich regelmäßig ab, bei ihm zu sein.
Trotzdem können so manche Stunden nicht überbrückt werden. Deshalb haben sie den Hospizdienst gebeten, einen Teil
der Zeitlücken auszufüllen.
Einmal monatlich trifft sich die gesamte Hospizgruppe entweder zur Supervision, wobei unter Beisein einer Psychologin
über die erlebten Einsätze gesprochen werden kann oder es findet eine Fortbildung statt wie zum Beispiel "Umgang mit
der Angst", "Musik in der Sterbebegleitung" oder "Symbolsprache Sterbender".
Die Einsätze der Hospizmitarbeiter /-innen sind grundsätzlich ehrenamtlich. Trotzdem ist die Arbeit des Hospizdienstes
auf Spenden angewiesen. Die Referenten für die Ausbildungsseminare, die Fortbildungen sowie die Supervision wollen
bezahlt werden, ebenso fallen Gebühren an für Porto, Telefon, Büromaterialien usw..
Wichtig ist, dass die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schweigepflicht unterliegen. Das bedeutet,
dass alles, was gesprochen wird, nicht nach aussen dringt.
Die Ansprechparterin sowie Einsatzleiterin des Hospizdienstes ist seit 1. Juli 2003 Frau Sigrid Däschler, Tel. 07139/3802.
(Birgit Harst)
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